Die Runen und das Peace-Zeichen
Alle Jahre wieder geht die Behauptung im Netz herum, das Peace-Zeichen wäre in Wahrheit ein negatives Zeichen, gar ein Symbol für Tod und Untergang. Das ist Unsinn.
Hier wird in größtmöglicher Unkenntnis ein modernes Symbol der Anti-Atomkraft-bewegung mit dem Missbrauch der Runen durch die Nationalsozialisten verquickt. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!
Die Algiz Rune, im Nordischen wörtlich „Elch“, wurde vom völkischen Esoteriker Guido List umgedeutet zur „Man“-Rune und als „Lebensrune“ und ihr invertiertes Pendant (eine Sturzrune, also auf den Kopf gestellt) als „Todesrune“ bezeichnet. Diese Namen und ihre Deutung sind rein fiktiv, während die Form lose auf der Algiz-Rune basiert.
Unter dem NS-Regime wurde die Lebensrune als sog. „Lebensborn-Zeichen“ sowie in Abgrenzung zur christlichen Symbolik anstatt der üblichen genealogischen Zeichen für das Geburtsdatum (*) und in invertierter Form für das Sterbedatum (†) verwendet.
Ansonsten musste sie auch als Propagandazeichen der Nazis herhalten: Für die NS-Frauenschaft, Apotheker und andere galt sie als Kennzeichen. Diese Rune hat so viel mit dem Peacezeichen zu tun, wie eine Runenreihe mit einem Jägerzaun! Genau: Nichts.
Das wohl bedeutendste Friedenszeichen der Welt, das Peace-Zeichen, wurde 1958 vom britischen Künstler Gerald Holtom im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung (englisch: Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) für den weltweit ersten Ostermarsch von London zum Atomwaffen¬forschungs¬zentrum in Aldermaston entworfen.
Laut Holtom stellt das Symbol eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für „nuclear“ (deutsch: atomar) und D für „disarmament“ (deutsch: Abrüstung) und der Kreis darum symbolisiert „die ganze Welt“. Bild anbei.
Die Information darf gerne geteilt werden!
Beste Grüße,
Eric Urs Barth

