Nicht alles, was getan werden muss, wird von Menschen in Auftrag gegeben.
Es gibt Arbeit, die nicht auf Bestellung geschieht. Sie erwächst aus dem Ruf der Erde, aus den Stimmen der Ahnen, aus den Wunden der Gemeinschaft und aus dem Willen der Ältesten. Als Hagazussa höre ich diesen Ruf und folge ihm. Diese Arbeit verstehe ich als Dienst an der lebendigen Mitwelt und an der Gemeinschaft aller Wesen.
Dazu gehört, an Orten zu wirken, an denen Geschichte oder Geschehen schwer auf der Gegenwart lasten, etwa auf ehemaligen Schlachtfeldern, alten Krankenhaus- oder Klinikgeländen oder lange verlassenen Grundstücken. Ich arbeite auch für Wälder und Gewässer, für Tier- und Pflanzenleute, für Steinwesen, Pilze und Geistwesen. Ich begleite Seelen, die noch keinen Frieden gefunden haben, ehre Tierleute, die etwa im Straßenverkehr getötet wurden, und berge alte Namen und Erinnerungen, damit Verlorenes wieder einen Platz in unserer gemeinsamen Geschichte finden kann.
Es ist oft stille und unsichtbare Arbeit. Und doch trägt sie Früchte:
Frieden, wo Unfrieden war.
Erinnerung, wo Vergessen drohte.
Verbindung, wo die Welt zu zerfallen schien.
Für mich ist dieser Dienst ein wesentlicher Teil der Berufung der Hagazussa. Eine Gabe ist nicht etwa etwas, das mir zum Vergnügen oder nach Gutdünken zur Verfügung steht. Gabe bedeutet Verantwortung. Berufung bedeutet folgen.
Alles hiervon tue ich unentgeltlich und aus dem Auftrag der Geistigen Welt heraus.
Ein Teil dieses Dienens soll künftig auch gemeinschaftlich geschehen. Der Verein Samseti e.V. (iG), dessen Initiator und Mitbegründer ich bin, ist eine animistische Gemeinschaft im Aufbau, in der spirituelles, ökologisches und gesellschaftliches Handeln zusammenfinden. Rituale, Bildung und gemeinsames Wirken sollen dort ebenso ihren Platz haben wie der konkrete Dienst an der lebendigen Mitwelt.
Keine dieser Arbeiten muss allein geschehen. Wenn Du selbst spirituell praktizierst und Dich gerufen fühlst, Dich an solchen Aufgaben zu beteiligen, begleite mich gerne bei geeigneten Einsätzen. Ebenso freue ich mich über Hinweise auf Orte oder Anliegen und über Impulse, aus denen ein gemeinsames Projekt entstehen könnte. Und selbstverständlich lade ich Dich sehr gerne zu Treffen und Veranstaltungen ein, bei denen Du Samseti e.V. kennenlernen kannst.
Dienstberichte
Ich war heute an der Kriegsgräberstätte in Pankow und habe für und mit unsere Ahnen und Ahninnen gebetet. Ich habe sie gebeten, unsere Friedenszeit zu segnen und uns alle, ihre Kinder und Kindeskinder, daran zu erinnern, wohin es führt, wenn wir uns Angst und Hass ergeben. Sie, die für diese Lektion gestorben sind, wünschen sich, dass wir ihr Opfer ehren, in dem wir in der Liebe bleiben. Gesegnet sei es!
Ich war heute am ‚Denkmal des polnischen Soldaten und des deutschen Antifaschisten‘ und habe mit und für unseren Ahninnen und Ahnen gebetet. Ich habe sie gebeten, uns und unsere Friedenszeit zu segnen. Ich habe sie gebeten, uns – ihre Kinder und Kindeskinder – an ihrer Erfahrung eines durchlebten Krieges teilhaben zu lassen und an dem Leid, ihn nicht verhindert zu haben.
Sie, die für ihre und unsere Freiheit gestorben sind, bitten darum, dass wir die Worte „Familie“, „Schwester“ und „Bruder“ in möglichst vielen Sprachen lernen und der Welt die Hand reichen. Gesegnet sei es!
Ich war heute am Platz der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und habe dort für und mit unseren Ahninnen und Ahnen gebetet. Ich habe sie gebeten, uns – ihre Kinder und Kindeskinder – zu segnen, unsere Friedenszeit zu segnen und Ihre Erfahrungen in uns wachzurufen. Ich habe sie gebeten, uns zu erinnern und zu inspirieren, mutig und kraftvoll in den Widerstand zu gehen und gleichzeitig friedlich und in der Liebe zu bleiben.
Sie, die diese Herausforderung schon durchlebt und ihr Leben dafür gegeben haben, wünschen sich, dass wir aufstehen, unsere Stimmen erklingen lassen und der Welt zeigen, dass die Liebe und Hoffnung und eine neue Welt in uns lebendig sind. Gesegnet sei es!
