Erinnern

Worte schaffen Realität. In allen spirituellen Traditionen begegnen uns das gesprochene Wort, Lied, Gebet, Anrufung, Segen und Erzählung als Formen magischen Handelns, auch in den alten Traditionen Nord-Europas. Für mich ist Wortmagie deshalb immer auch Klangmagie: Stimme, Atem, Rhythmus und das, was durch sie in die Welt gebracht wird.
Vieles davon entsteht nicht aus dem bewussten Denken. Manchmal will etwas gesprochen, gesungen oder erzählt werden. Bilder, Sätze und Geschichten kommen aus der Anderswelt und suchen einen Weg in unsere Welt. Meine Aufgabe ist nicht, Geschichten zu erfinden, sondern ihnen wieder Ausdruck zu verleihen.

Erinnern bedeutet hier deshalb nicht passive Nostalgie. Erinnern ist ein aktiver Vorgang. Es geht darum, verschüttete Zugänge wiederzufinden: zu alten Bildern und Geschichten, zu überliefertem Wissen, zu den Ahnen und Geistwesen und zu der eigenen Fähigkeit, Beziehung mit einer beseelten Welt aufzunehmen. Dieses Erinnern ist ein vorwärtsgewandter Vorgang. Zurückzukehren in die Gemeinschaft aller Wesen bedeutet, Zukunft zu erschaffen.

Die Wortmagie durchzieht meine gesamte Arbeit. Sie begegnet in Ritualen und Lehre, in medialer Arbeit und Andersweltreisen, in Geschichten, Mythen und Märchen. Und sie steht zugleich für sich: im Erzählen, im Vorlesen, im Teilen von Visionen und von dem, was mir in der Anderswelt gezeigt oder mitgegeben wird.

Erzählen

Ich erzähle. Geschichten, Mythen und Märchen. Ich lese vor, teile Visionen und bringe mit, was mir während meiner Arbeit in der Anderswelt gezeigt oder gesagt wurde. Diese Erinnerungsarbeit fließt in meine Begleitung, meine Lehre, Rituale und Vorträge ein. Zugleich steht sie für sich selbst.

Einige dieser Wort-Bilder, Geschichten und Visionen teile ich in den Impulsen.